franchiseERFOLGE Ausgabe Dez. 2017/Jan. 2018

8 franchise HISTORY . Musiker und Manager finden hier zu einer wirtschaftlich sinnvollen Symbiose unter der Führung eines Bosses, der intern oft nur „F1“ genant wird: Dr. h.c. Dieter Fröhlich (73). Der Gründer und Ehrenpräsident des Deutschen Franchise Verbandes (DFV) verkörpert so wie die legendären Franchisepioniere Ray Kroc, Manfred Maus oder Horst R. Jung den „Vater“ des Systems – Galionsfigur nach au- ßen, Beichtvater nach innen. Es sind diese Eigenschaften, die den charismatischen Un- ternehmensgründer besonders auszeichnen. Denn die Führung eines „Ensembles“ von stol- zen, engagierten Mitunternehmern verlangt einen sensiblen, diplomatischen Kurs auf Augenhöhe, wie auch Manfred Maus seinen Führungsstil bei OBI charakterisiert. Dieter Fröhlich verbindet dabei seine Na- turbegabung als Musiker mit seinem Talent als Führungskraft. So taktiert er als Manager genauso wie ein Orchesterchef: Während er sich auf die einzelne Note konzentriert, behält er stets die komplette Partitur imBlick. Was es bedeutet, ein solches „Franchiseorchester“ zu leiten, bringt der Dirigent und „Symphonische Consultant“ Christian Gansch auf den Punkt: „Managing and Controlling Chaos.“ Grundlage des symphonischen Ansatzes ist eine gute interne Kommunikation, bei der die Partner sich untereinander ebenso austauschen wie mit der Zentrale. Dieser Dialog eröffnet die Möglichkeit, gemeinsam zu handeln und neue Innovationen zu etablieren. Laut Gansch ist dabei der gegenseitige Respekt der Schlüssel zum perfekten Teamwork. Musiker von Geburt Das Musizieren wurde dem in Marburg geborenen Dr. Dieter Fröhlich in die Wiege gelegt. So war seine Mutter Pianistin, Ak- kordeonistin und Komponistin. Sein Vater hingegen dozierte an der Musikhochschule Freiburg, komponierte und dirigierte. Der Karriereweg des Dieter Fröhlich war damit abgesteckt und begann mit dem Studium der Klarinette und des Saxophons bei den Dozenten Albert Kaiser und Erich Fröhlich. Bereits mit 15 Jahren di- rigierte der Filius in Kröv an der Mosel sein erstes Jugendorchester. Doch der erblich „Vorbelastete“ schloss auf Vaters Rat zusätzlich eine kaufmännische Ausbildung imGroß- und Außenhandel ab. Musik-Noten und Bank-Noten Die berufliche Parallelstrategie – Musik und Finanzen – behielt der Geschäftsmann bei. Am 13. Januar 1977, Helmut Schmidt regierte das Land, gründete Fröhlich die gleichna- mige Musikschule im hessischen Flecken Eschenburg und im Jahr darauf folgte ein Mu- sikgroßhandel. Zum Franchising kam er eher zufällig. Den „geistigen Urknall“ erzeugte dabei der Steuerberater, Buchautor („Alle Bi- lanzen sind falsch“) und EKS-Strategie-Guru Professor Wolfgang Mewes aus Frankfurt. Auf einem der viel gerühmten Managerse- minare des Strategietrainers, hörte Fröhlich ganz genau hin. „Die unterneh- merische Kunst besteht in der Beherrschung eines Triangels: Schöpfen, Ordnen und Mul- tiplizieren – zum Beispiel mit Franchising.“ Diese Worte ins- pirierten den Jungunternehmer. Flugs wandelte er seine damals mit rund 1.000 öffentlichen Mu- sikschulen konkurrierende klei- ne Musikschule in ein bis heute dynamisches Franchisesystem um. Die ersten 16 Partner waren zuvor Angestellte von Dr. Dieter Fröhlich. Heutzutage gibt es bereits 320 selbststän- dige Franchisenehmer des erfolgreichen Geschäftskonzepts. Bis heute absolvierten über 225.000 Kin- der ihre musikalische Ausbildung in der Musikschule Fröhlich. Derzeit lernen bun- desweit über 35.000 Schüler und finden in 273 Orchestern eine musikalische, fröhliche Heimat. Für eine Unterrichtsstunde in der Woche, inklusive Noten plus Instrument zur Miete, zahlen die Eltern einen Obolus von 59 Euro pro Monat. Ein Beispiel: Von der Melodika über drei verschiedene Akkor- deontypen benötigen die Eleven zur musi- kalischen Ausbildung immer hochwertigere Instrumente. So kam Unternehmensgründer Fröhlich darauf, die Akkordeons zu vermie- ten, um auch weniger gut situierten Fami- lien die Möglichkeit zu bieten, ihre Kinder musikalisch ausbilden zu lassen. Derzeit befinden sich über 8.000 Miet-Akkordeons DieMusikschule Fröhlich Story F 1 – oder die (fast) unglaubliche Geschichte der Musikschule Fröhlich Das Universum der Franchisechancen besteht aus zahlreichen, auf fairer Partnerschaft basierenden und oft global agierenden Kooperationsmodellen. Doch nur wenige Marken demonstrieren die Vorteile des Franchising so deutlich wie die Musikschule Fröhlich. BEST OF F R A N C H I S E E R F O L G E Musiker und Manager: Dr. h.c. Dieter Fröhlich Vom Vater inspiriert – das Multiinstrument-Talent Fröhlich

RkJQdWJsaXNoZXIy MjUzMzQ=